Bioenergieregion Achental
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Biogas-Wärmeforum war ein voller Erfolg!

Trostberg / Grassau - Fast wäre das Postsaalgewölbe in Trostberg zu klein geworden für die vielen Besucher des Biogasfachforums, zu dem der Landkreis Traunstein und die Bioenergie-Region Achental – erstmalig gemeinsam mit der Biogasgruppe Rosenheim – eingeladen hatte. Der Landkreis Traunstein als Zwillingsregion der Bioenergie-Region Achental will seit zwei Jahren mit dem Biogas-Fachforum regelmäßig wichtige Informationen für die Region weitergeben. So konnte Frau Dr. Birgit Seeholzer auch in diesem Jahr wieder folgende Experten als Referenten gewinnen:

  • Christian Bürger, Sprecher der Arbeitsgruppe Biogas und Agrardirektor in Rosenheim,
  • Markus Hertel von der bayrischen Forschungseinrichtung BIFA in Augsburg und
  • Robert Wagner, Bereichsleiter Biogas bei C.A.R.M.E.N. e.V., einem Partner des Kompetenzzentrums für nachwachsende Rohstoffe in Straubing.

 

Die Referenten gingen in ihren Vorträgen auf neue Biogas-Wärmenutzungskonzepte, die neue Flexibilisierungsprämie und das aktuelle EEG 2014 ein. Diese Vorträge sind im Folgenden kurz zusammengefasst und beschrieben.

 

Mobiler Wärmetransport für innovative neue Wärmenutzungskonzepte

Von der Forschung in die Praxis umgesetzt wurde in Augsburg und Friedberg das System eines rollenden Wärmetransports. Markus Hertel führte zunächst über die verschiedenen Methoden zur Wärmespeicherung ein und berichtete ganz konkret über das am Schulzentrum in Friedberg durchgeführte Latentspeichersystem. Dabei wird die am Müllheizkraftwerk in Augsburg überschüssige Abwärme per Container an die Schule in Friedberg gefahren, der Container angedockt und dem Wärmebedarf entsprechend wird die für die Heizung der Schule benötigte Wärme über ein Wärmetauschersystem bedarfsgerecht entnommen. Derzeit sind zwei Container parallel im Einsatz. Die Ökobilanz zeigt dabei deutliche Vorteile, denn die zusätzlichen Transportbelastungen spielen trotz Schwerlastsystem eine sehr untergeordnete Rolle von ca. 3%. Noch gibt es wenige Praxismodelle, aber das System in Friedberg soll im kommenden Jahr ausgebaut werden.

„Flexi-Prämie“ für Strom, der zu den Hauptbedarfszeiten produziert wird

Anlagen für Erneuerbare Energien, die den Strom vor allem dann produzieren, wenn am Morgen und am frühen Abend die höchste Nachfrage bundesweit gegeben ist, sollen über eine sogenannte Flexibilitätsprämie besonders gefördert werden. Voraussetzung für den Erhalt dieser Prämie ist die Direktvermarktung des Stroms an der Strombörse in Leipzig, welche in der Regel über Zwischenhändler erfolgt. Die Anlagenbetreiber erhalten hierbei neben dem Börsenpreis anstatt einer EEG-Vergütung eine sogenannte Marktprämie und eine Managementprämie von aktuell 0,2 ct pro kWh Strom, die den zusätzlichen Verwaltungsaufwand decken soll. Neu seit dem EEG 2014 (seit dem 01. August in Kraft) ist gemäß Robert Wagner von C.A.R.M.E.N. e.V. die Möglichkeit, dass die Flexi-Prämie auch bei einer Eigenverwertung von Strom auf der Anlage und den betriebseigenen Gebäuden möglich ist.

Erste Anlagenbetreiber im Landkreis Traunstein sind bereits aktiv und rüsten auf größere Gasspeicher um, um die in der landwirtschaftlichen Biomasse gespeicherte Bioenergie sinnvoll dann zu produzieren, wenn der größte Bedarf ist.

 

Neue Herausforderungen durch das EEG 2014

Robert Wagner informierte zudem über die für Neuanlagen anfallende EEG-Umlage auf Eigenversorgung von Strom, die derzeit 30% der Gesamtumlagehöhe beträgt (derzeit rund 1,9 ct je kWh).

Die Reduzierung der Einspeisevergütung für Biomasse-Neuanlagen trifft vor allem auch die Holzvergasersysteme. Wagner sieht daher im Moment die Chance eher im Neubau von sogenannten Güllekleinanlagen.

Interessante Aspekte für kleinere Biogasanlagen

Die Biogasgruppe Rosenheim mit Projektleiter Christian Bürger organisiert u.a. regelmäßige Informationsveranstaltungen für die beteiligten Gruppenmitglieder im Landkreis, wobei ein besonderer Blick auf kleine Biogasanlagen mit einer hohen Eigenverwertung von Strom und Wärme gelegt wird. Des Weiteren soll zukünftig eine gemeinsame Vermarktung des erzeugten Stroms geplant werden. Dies könnte auch für ein gemeinsames Projekt von interessierten Biogaslandwirten aus dem Landkreis Traunstein sowie der Bioenergie-Region Achental interessant sein und möglicherweise von der Bioenergie-Region oder der Zwillingsregion (Landkreis Traunstein) weiter begleitet werden.

Referenten des Biogas-Wärmeforums

Referenten und wichtige Ansprechpartner für die effiziente Energienutzung bei Biogasanlagen (von links): Robert Wagner (C.A.R.M.E.N. e.V., Straubing), Markus Hertel (BIFA, Augsburg), Theresa Streibl (AELF in Rosenheim), Dr. Birgit Seeholzer (Landratsamt Traunstein), Christian Bürger (Sprecher Biogasgruppe Rosenheim) und Christan Kern (neu beim AELF in Rosenheim)

 

Alle weiteren Informationen zu den Vorträgen sind zu finden unter www.sonnenkreis-traunstein.de. Zudem werden Sie auf den Seiten der Bioenergie-Region Achental laufend auch über weitere Aktivitäten im Bereich der Bioenergie informiert.

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