Bioenergieregion Achental
Kurzumtriebsplantagen

Kurzumtriebsplantagen-Demonstrationsanlage

Beschreibung des Projekts
Eine Kurzumtriebsplantage (KUP) ist eine Pflanzung von schnell wachsenden Bäumen, wie zum Beispiel Pappeln oder Weiden, die bereits nach wenigen Jahren geerntet werden können. Durch die Verarbeitung zu Energieholz kann eine verlässliche und regionale Energieversorgung auf einfache Weise gewährleistet werden.
Die Anlage der ersten KUP im Achental erfolgte im Mai 2011 in der Nähe von Übersee. Dafür wurde eine landwirtschaftliche Grenzertragsfläche verwendet, deren Bodenqualität und Lage für eine klassische Landbewirtschaftung schwierig sind. Die verwendeten 25.000 Baumsetzlinge sind von einer Pappelart, die genau für den Standort angepasst ist. Die bei der Ernte entstehenden Hackschnitzel werden an den Biomassehof Achental und das Heizwerk Grassau geliefert – die erste Ernte ist für das Jahr 2015 geplant. Die Fläche der Anlage beträgt ca. drei Hektar und wird vom Flächenbesitzer bewirtschaftet.


Motivation für das Projekt
KUPs werden in Deutschland in steigender Zahl angebaut, jedoch noch lange nicht in ähnlichem Umfang wie in anderen waldreichen Ländern, wie z.B. Schweden oder Kanada. Deshalb hat sich die Bioenergie-Region Achental zum Ziel gesetzt, den Anbau von KUPs lokal zu fördern und somit den Grundstein für die weitere Versorgung der Region mit Bioenergie zu sichern. Die Mitgliedschaft der Bioenergie-Region im KUP-Netzwerk des ttz Bremerhaven ist für die Durchführung dieser Maßnahmen eine ideale Plattform.

Warum ist das ein Gipfelprojekt?

  • Durch den kurzen Transportweg, die extensive Landbewirtschaftung und angepasste Baumsortenwahl wird die Natur bei der Anlage einer KUP stark geschont. Zusätzlich wird bei der Verbrennung der entstehenden Hackschnitzel nur das Kohlendioxid emittiert, das vorher von den Pflanzen aufgenommen wurde – sie verbrennen also CO2-neutral. Pro Jahr kann mit einer Ersparnis von ca. 11 Tonnen CO2 pro Hektar im Vergleich zur Nutzung von fossilen Brennstoffen gerechnet werden (insgesamt also 33 Tonnen).
  • Die sorgfältige Auswahl der verwendeten Fläche, der Baumart und des Biomassehofs als Abnehmer gewährleisten eine ideale Anpassung an die lokalen Bedingungen. In Zusammenarbeit mit einer Bioenergie-Firma aus dem Allgäu und deren Erfahrungen ist es uns auch möglich, dem Naturschutz bei der Anlage einer KUP einen besonders hohen Stellenwert zu geben. Auch das Landschaftsbild wird durch die Anlage nahe der A8 nicht beeinträchtigt.
    Durch die Auswahl von nicht für die Lebensmittelproduktion geeigneten Flächen wird auch die aktuelle Diskussion um die Konkurrenz zwischen Nahrungsmitteln und Bioenergie vermieden – im Achental gilt stets „Natur und Ernährung zuerst“.
  • Bei der Anlage einer KUP kann zunächst nicht von Effizienz gesprochen werden. Jedoch muss für die Verwendung des entstehenden Energieholzes gelten, dass es nur in modernen und umweltfreundlichen Öfen verbrannt wird. Durch die Lieferung an den Biomassehof Achental wird das gewährleistet.
  • Kurzumtriebsplantagen können auf sehr vielen landwirtschaftlichen Grenzertragsflächen in Deutschland angebaut werden. In Zukunft könnte diese Art der Energie-Bewirtschaftung einen großen Beitrag zur Energiewende liefern, ohne zugleich die Ernährungssicherheit und die Natur zu gefährden.



Innovationen des Projekts
Der Anbau der KUP auf einer landwirtschaftlichen Grenzertragsfläche ist eine zukunftsweisende Möglichkeit um Konflikte in der Landwirtschaft zur adäquaten Ackernutzung ("Teller oder Tank") zu entschärfen.

Ökomodell Achental
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Aktuelles

05.02.2016

Programmhinweis im Bayerischen Fernsehen

Am Sonntag, den 07. Februar 2016 um 18.00 Uhr zeigt der BR einen Bericht über die KUP-Ernte in...

17.04.2015

Einladung zur maschinellen KUP-Pflanzung

Hiermit laden wir Sie zur maschinellen Pflanzung von KUP-Stecklingen ein!

09.03.2015

Der erste Newsletter 2015 ist verfügbar

Hiermit dürfen wir Ihnen den ersten gemeinsamen Newsletter im Jahr 2015 präsentieren.

Bioregions

FörderungBundesministerium für Ernährung und LandwirtschaftFachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.Bioenergie Regionen