Bioenergieregion Achental
Heatpipe-Reformer

Heatpipe-Reformer zur Holzvergasung

Beschreibung des Projekts
Auf dem Gelände des Biomassehofs Achental in Grassau entstand eine innovative Holzvergasungsanlage der Firma agnion aus Pfaffenhofen a. d. Ilm. Die Anlage wandelt  regionale Holzabfälle in hochwertiges Gas um, das in einem Gas-BHKW verwertet wird und auf diese Weise Strom erzeugt. Die Abwärme der Anlage wird in das bestehende Fernwärmenetz  der Gemeinde Grassau eingespeist. Damit können etwa 500 Haushalte das ganze Jahr mit Wärme versorgt werden.
Der Vergaser wurde im März  2012 in Betrieb genommen. Zunächst läuft dieser im Testbetrieb mit Holzpellets, anschließend ist der Umstieg auf Hackschnitzel geplant. Die Feuerleistung des Vergasers beträgt 1,3MW, die resultierende elektrische Leistung ca. 380kW und die Nutzwärmeleistung (bei 90°C) ca. 630kW. Der Wirkungsgrad liegt daher bei fast 80% der Primärenergie. Die benötigten Hackschnitzel werden vom Biomassehof Achental mobilisiert und stammen ausschließlich aus regionalen und nachwachsenden Rohstoffen (NawaRos).
Sehen Sie auch unser Informations-Video zum Heatpipe Reformer im Achental!

Motivation für das Projekt
Die Firma agnion entwickelt den Holzvergaser seit mehreren Jahren an verschiedenen Standorten in Deutschland und Österreich. Der Vergaser funktioniert bereits mit genormten Pellets an der Pilotanlage in Pfaffenhofen. Durch persönliche Kontakte zwischen agnion und dem Biomassehof entstand die Idee, die erste wirtschaftlich zu betreibende Anlage dieser Art auf dem Biomassehof aufzustellen. An Standort Grassau wird vor allem der entscheidende Schritt, den Brennstoff von Pellets auf Hackschnitzel umzustellen, getestet und dessen technische Machbarkeit nachgewiesen.

Warum ist das ein Gipfelprojekt?

  • Der Holzvergaser wird mit regionalen Hackschnitzeln betrieben. Von allen Bioenergie-Rohstoffen weisen Hackschnitzel die besten CO2 Werte auf. Denn die notwendige Verarbeitung der Rohstoffe zu Hackschnitzeln benötigt sehr wenig Arbeitsschritte und Energie. Insgesamt entsteht dadurch eine jährliche Einsparung von ca. 2.800 Tonnen CO2.
  • Die Anlage hat eine für einen Holzvergaser dieser Klasse außergewöhnlich kleine Feuerungsleistung von 1,3 MW. Mit dieser Größe lässt sich die gesamte Abwärme über das Fernwärmenetz Grassau sinnvoll verwerten. Da der produzierte Strom ebenfalls in der Region benötigt wird, fügt sich das Projekt optimal in die regionalen Strukturen ein.
  • Die Technik des Wirbelschicht-Vergasers mit einem allothermen Wärmeeintrag durch Heatpipes ist eine völlige technische Neuentwicklung und verspricht eine große Systemeffizienz. Insbesondere das erzeugte Synthesegas ist von hoher chemischer Reinheit, sodass zentrale Reinigungsschritte wegfallen können, die den Betrieb konventioneller Holzvergaser stark verteuern. Durch den Betrieb mit regionalen Hackschnitzeln verbleibt die gesamte Wertschöpfung in der Region.
  • Durch seine Größe sowie durch die verwendeten Rohstoffe und die erzeugten Energien lässt sich das Projekt in praktisch allen ländlichen Regionen mit ausreichendem Waldanteil replizieren. Dies gilt sowohl für das Voralpenland wie auch für die Regionen der Mittelgebirge.


Innovationen des Projekts
Der agnion Holzvergaser an sich ist eine technisch sehr bedeutsame Innovation. Denn durch den nahezu verlustfreien allothermen Wärmeeintrag  von der Brennkammer in die Reformkammer mit Hilfe von sogenannten „heat pipes“ (Wärmeleitrohre) wird eine hohe Effizienz der Vergasung gewährleistet. Zudem wurden viele weitere Schritte in der Holzvergasung optimiert, die den Heatpipe-Reformer zu einem überzeugenden Gesamtkonzept machen. Innerhalb der Bioenergie-Region ist zudem die Anbindung an die bestehenden Strukturen und somit die Nutzung von Synergieeffekten bedeutsam. Der Betrieb mit aufbereiteten regionalen Reststoffen ermöglicht einen wirtschaftlichen dezentralen Betrieb des Holzvergasers.


Ökomodell Achental
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