Bioenergieregion Achental
Fernwärmenetz Grassau

Hackschnitzel-Fernwärmenetz in Grassau

Beschreibung des Projekts
In der Gemeinde Grassau wurde im Mai 2010 ein neues kommunales Heizwerk mit angeschlossenem Fernwärmenetz in Betrieb genommen. Die Wärme stammt dabei ausschließlich aus regionalen Holzhackschnitzeln und anderen Materialien schwacher Qualität.  Derzeit werden ca. 200 Gebäude bzw. 500 Haushalte der Marktgemeinde mit umweltfreundlicher Energie versorgt. Der Biomassekessel des Heizwerks hat eine Leistung von 3 MW. Die gesamte Anlage wird als Anstalt des öffentlichen Rechts in einem Kommunalunternehmen geführt, dessen Vorstände Mitarbeiter der Gemeinde Grassau sind. Nach der Inbetriebnahme wurden bereits im ersten Jahr ca. 12.800 MWh Wärmeenergie erzeugt. Es gibt in Grassau und den umliegenden Gemeinden ein beständig wachsendes Interesse an der zuverlässigen und wirtschaftlich attraktiven Fernwärme.

Motivation für das Projekt
Die Idee der Errichtung einer Fernwärmeversorgung mit Hackschnitzeln hatten der Biomassehof Achental und die Marktgemeinde Grassau im Rahmen der Bioenergie-Region Achental. Hintergrund war die Reduzierung der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und die Bereitstellung von umweltfreundlicher, verlässlicher und kostengünstiger Energie für die Bewohner von Grassau.

Warum ist das ein Gipfelprojekt?

  • Die erzeugte Wärmemenge entsteht durch die regionalen Reststoffe beinahe CO2-neutral. Wenn man die gleiche Energiemenge aus fossilen Brennstoffen erzeugen würde, so entstünden dabei CO2-Emissionen von ca. 3.800 t pro Jahr – es wird also die gleiche Menge an Treibhausgasen durch das Heizwerk vermieden. Da durch die Errichtung des Fernwärmenetzes auch viele alte Stromheizungen ausgetauscht wurden, kann sogar von einer noch höheren Einsparung ausgegangen werden.
  • Die hohe Qualität der Anlagen und die Zuverlässigkeit der Gemeinde als Betreiber haben das Vertrauen der Kunden und Bürger in Bioenergie deutlich gestärkt. Das Heizwerk dient auch als leuchtendes Beispiel für den Erfolg überkommunaler Zusammenarbeit.
    Die Einbindung in die bereits bestehenden Strukturen des Biomassehofs Achental sichert eine günstige und effiziente Versorgung mit Brennstoffen, die ausschließlich aus der Region stammen.
  • Die überdurchschnittlich hohe Nutzung der eingesetzten Primärenergie wird durch modernste Anlagen und professionelle Wartung ermöglicht. Der ausschließlich regionale Bezug der Brennstoffe hält den Verarbeitungs- und Transportaufwand gering und trägt somit erheblich zu einem wirtschaftlichen und umweltfreundlichen Betrieb bei.
  • Es haben bereits viele Delegationen aus der ganzen Welt die gekonnte Umsetzung des Bioenergie-Gesamtkonzepts im Achental begutachtet – wobei das Heizwerk Grassau stets eine wichtige Rolle einnahm. Fast alle Besucher waren überzeugt, dass ein ähnliches System auch in ihren Gemeinden möglich ist. Zudem wird die Replizierbarkeit des Projekts exemplarisch durch die Übernahme des Konzepts auf die Gemeinde Grabenstätt belegt.


Innovationen des Projekts
Die direkte Nachbarschaft zwischen Biomassehof und Heizwerk erlaubt eine einfache und effiziente Logistik der Brennstoffe. Die Einbindung des Heizwerks in verschiedene Forschungsvorhaben ermöglicht es zudem, den Betrieb laufend zu optimieren. Die Kondensationsabwärme (aus der Rauchgaskondensierung) wird zu einem großen Teil über eine Rücklauf-Temperaturanhebung wieder ins Netz eingespeist. Die restliche Abwärme wird zur Trocknung von Hackschnitzeln auf dem Biomassehof genutzt. Diese Konstruktion ermöglicht eine CO2-neutrale Trocknung, da diese Restwärme ansonsten ungenutzt entweichen würde.

Ökomodell Achental
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