Bioenergieregion Achental
Biogasanlage Rettenschöß

Biogasanlage in Rettenschöss (bei Kössen, Tirol)

Beschreibung des Projekts
Die dezentrale Biogasanlage in Rettenschöß (bei Kössen in Österreich) versorgt den Landwirtschaftsbetrieb und die Käserei der Familie Fahringer mit selbst erzeugter Wärme. Das Hauptaugenmerk lag bei der Planung auf dem genauen Zuschnitt für den Betrieb, sowohl beim Energiebedarf als auch bei der Beschickung und den Rohstoffquellen. Denn im Unterschied zu den meisten konventionellen Biogasanlagen wird hier kein Strom, sondern ausschließlich Wärme erzeugt.
Die Biogasanlage ging 2009 in Betrieb, hat ein Volumen von 100m³ und wird ausschließlich mit Gülle aus dem Stall der Familien-Landwirtschaft betrieben. Durch einen Schubboden wird die Gülle direkt in die Anlage befördert. Der Anbau des Fermenters an die energetisch sanierte Stallwand sorgt zudem für eine geschickte Nutzung der Abwärme innerhalb des Stalls und verringert somit den Wärmeverlust erheblich. Die 60 Großvieheinheiten des Betriebs produzieren pro Jahr ca. 100MWh Wärme. Diese wird durch eine 50kW-Gasfackel erzeugt und für das Wohnhaus der Familie und die eigene Käserei verwendet. Da diese vor allem im Winter betrieben wird und die Kühe im Sommer zudem auf der Alm sind, wird die Anlage im Sommer fast vollständig abgeschaltet. Das produzierte Gas kann in einem Ballon und ein Teil der Wärme in einem Wassertank zwischengespeichert werden. Zusätzlich benötigte Energie wird durch einen Holzofen bereit gestellt. Die aus der Biogasanlage resultierende Schlacke wird als Dünger auf den eigenen Feldern eingesetzt.


Motivation für das Projekt
Herr Fahringer suchte nach einer Möglichkeit, umweltfreundlich aus seiner überschüssigen Gülle für den Eigenbedarf Energie zu erzeugen. Dies sollte aber möglichst ohne hohen Investitionsaufwand und nur mit einfachen technischen Konstruktionen erfolgen. Durch die intelligente und genau an die Bedürfnisse des Hofs angepasste Anlage gelang es ihm, alle gewünschten Eigenschaften zu vereinen.

Warum ist das ein Gipfelprojekt?

  • Durch die ausschließlich aus Gülle erzeugte Energie werden jährlich ca. 27t CO2 eingespart. Zudem werden die ebenfalls klimaschädlichen hohen Methanemissionen vermieden, da die Gülle erst nach der Vergärung auf die Felder ausgebracht wird.
  • Die Anlage ist sehr dezentral, da sie Energie für nur einen Abnehmer produziert. Dies sichert die Unabhängigkeit der Familie Fahringer von Energieversorgern und erhält zugleich den landwirtschaftlichen Stoffkreislauf. Weiterhin erlaubt die einfache Umsetzung mit bekannten technischen Lösungen eine einfache Wartung und gewährleistet somit durch geringe Ausfallzeiten einen reibungslosen Betrieb.
  • Die geschickte Ausrichtung der Anlage innerhalb des Betriebs vermeidet einen hohen Wärmeverlust des Fermenters. Zusätzlich wird die entstehende Abwärme direkt zur Beheizung des Kuhstalls verwendet. Dadurch ist zusammen mit der ausschließlichen Verwendung von landwirtschaftlichen Reststoffen eine enorm hohe Energieeffizienz möglich.
  • Auf Grund des gut durchdachten und angepassten Konzepts ist das Prinzip der Anlage auf sehr viele ähnliche Höfe weit über die Region hinaus übertragbar. Zudem ermöglichte die einfache Technik relativ geringe Baukosten der Anlage.


Innovationen des Projekts
Die wichtigsten Eigenschaften der Anlage sind die einfache technische Umsetzung, die genaue Anpassung an den Käsereibetrieb und die Vermeidung von Wärmeverlusten durch die geschickte Planung und Konstruktion. Die Wertschöpfung nur aus der Wärmenutzung ohne Stromerzeugung ist ebenfalls ein hoch interessanter Aspekt, der in den allermeisten konventionellen Biogasanlagen nicht berücksichtigt wird.

Ökomodell Achental
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