Bioenergieregion Achental
Ausblick für die Bioenergie im Achental

Ausblick

Trotz starken Zubaus noch freie Potentiale

Als Teilnehmer des bundesweiten Förderprogramms „Bioenergie-Regionen“ hat das Achental in den letzten Jahren vielfältigste Anstrengungen unternommen, um die Bioenergie in der Region voranzubringen. Wie erfolgreich die Arbeit insgesamt war zeigt eindrucksvoll der enorme Zubau an Bioenergie-Anlagen in den letzten Jahren:

Jahr

BGAs

Leistung elektr.

Leistung therm.

Bio-Heizwerke

Leistung therm.

Pellets- und Hackschnitzel Öfen

2008

4

370 kW

890 kW

5

1.460 kW

400

2011

6

952 kW

2.289 kW

15

9.875 kW

555

 

Zugleich bestehen in der Region immer noch freie Potenziale an Biomasse. Die aktualisierte Potenzialabschätzung zeigt, dass trotz der gestiegenen Anlagenzahl immer noch ca. 55 % der jährlich verfügbaren Biomasse ungenutzt bleiben. Diese Ressourcen finden sich allerdings verstärkt in schwer nutzbaren Kontingenten wie Pferdeeinstreu oder Klärschlamm.

Langfristiges Ziel der Energieautarkie rückt näher

Im Jahr 2006 setzte sich die Region das Ziel, bis zum Jahr 2020 den lokalen Bedarf an Strom und Wärme vollständig aus eigenen regionalen Quellen abzudecken. Dafür wurden mehrere Meilensteine definiert, die den Fortschritt messbar machen sollen. Die für 2011 gesetzten Ziele zur Deckung des Strom- und Wärmebedarfs wurden erreicht und für die Wärmeabdeckung auch deutlich übertroffen

Trotzdem bleibt immer noch viel zu tun. Insbesondere ist es wichtig, die Arbeit auf die Erhöhung der Effizienz und der Einsparung auszuweiten, denn nur auf diese Weise reichen in Zukunft die eigenen Ressourcen für die vollständige Abdeckung des Energiebedarfs.

Fortsetzung der Arbeit für die Bioenergie-Region

Alle Akteure sind entschlossen, die im Rahmen der Bioenergie Region geschaffenen Strukturen auch in Zukunft beizubehalten. Durch die etablierten und gut vernetzten Organisationen des Ökomodells Achental e.V. und des regionalen Biomassehofs als Public Private Partnership stehen für die Fortführung der Prozesse leistungsstarke Träger zur Verfügung. Trotzdem sind die ehrgeizigen Ziele der Energieautarkie nur möglich, wenn alle regionalen Kräfte zusammenarbeiten - nur wenn alle Gemeinden zusammen an einem Strang ziehen, ist eine Versorgung allein aus erneuerbaren Energiequellen realistisch. Hierbei spielt die Bioenergie eine entscheidende Rolle für die Grundlastversorgung mit Strom und Wärme.

Unsere Strategie für die angestrebte Autarkie bis 2020 besteht aus einer intelligenten Mischung an Biomasse, Wasserkraft, Windkraft, Sonnenenergie, Erdwärme und weiteren neuen Technologien. Eine Vernetzung dieser Energieformen ist auch für den Klimaschutz ideal: die erneuerbaren Energien sind fast vollständig CO2-neutral und belasten zudem die Luft nicht mit Schadstoffen oder Feinstaub.

Fortführung des Bewährten

Im weiteren Ausbau der Bioenergie Region Achental wird zunächst auf die bewährten Strategien gesetzt. Was sich in der Arbeit der letzten Jahre besonders bewährt hat ist das Konzept der Gipfelprojekte. Deren Qualifikationskriterien, die bereits im Jahr 2008 festgelegt wurden, lauten:

  • Klimaschutz
  • Einbindung in die wirtschaftlichen und kulturellen Rahmenbedingungen in der Region
  • Effizienz bei der Nutzung der im Rohstoff enthaltenen Primärenergie
  • Replizierbarkeit

Neue Gipfelprojekte

Es werden weitere Gipfelprojekte entwickelt, die sich an den bisherigen Erfahrungen orientieren und spezielle Bedeutung für die Erreichung der Energieautarkie haben:

  • Erschließung noch nicht genutzter Biomasseressourcen
  • Anwendung neuester technischer Entwicklungen
  • Effizienzsteigerung bestehender Anlagen
  • Ausweitung auf die angrenzenden Gebiete des Landkreises Traunstein.


Konkret sind folgende weitere Gipfelprojekte geplant:

  • Verbesserung der Wärmenutzung bestehender Biogasanlagen
  • Etablierung eines regionalen Energienutzungs-Kreislaufs zur Verwertung von Pferdeeinstreu
  • Errichtung einer kleinen Gülle-Biogasanlage
  • Forcierter Austausch von Stromheizungen
  • Umrüstung bestehender BGAs auf alternative Energiepflanzen und Substrate
  • Einbau von kleinen Biomasse-BHKWs in privaten und öffentlichen Gebäuden
  • Erweiterung des Anbaus von Kurzumtriebsplantagen
  • Machbarkeitsstudie für die Installation von „kalter Fernwärme“
  • Umsetzung verschiedener neuester Forschungsergebnisse aus der Bioenergie


Leitbild: Das Achental als Wissens- und Modellregion

Die bisherigen Erfolge der Bioenergie im Achental haben sehr positive Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung der Region gehabt. Aktuelle Analysen ergeben, dass die mit Bioenergie befassten Unternehmen der Region im Jahr 2011 einen Gewinn von über 1 Million Euro erwirtschaftet und ca. 140.000 Euro Gewerbesteuern gezahlt haben.

Alle Akteure des Tals – Gemeinden, Unternehmen, Verbände und Einwohner – sind daher fest entschlossen, die Erfolgsgeschichte der Bioenergie im Achental mit größtmöglichem Einsatz voranzutreiben. Im Jahr 2020 soll sich das Achental als energieautarke Musterregion präsentieren, die ihr Wissen an Fachleute und Entscheidungsträger über Seminare, Tagungen und Vor-Ort Besichtigung weitergibt – und damit zugleich den Fremdenverkehr stärkt.
So lautet das gemeinsam formulierte Endziel – und das Achental ist bereits auf einem guten Weg dorthin.

Ökomodell Achental
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